Ich ging noch eine ganz Weile weiter und fürchtete, dass ich mich verlaufen hätte.
Doch dann fand ich plötzlich Lumpi im Gang. Sie war allein und völlig apathisch.
Das Phänomen kannte ich bereits. Mampfred hatte die gleichen Symptome gezeigt.
Nun, aus ihr etwas herauszubekommen würde nichts werden.
Ich überlegte nochmal zurückzugehen, aber das wären jetzt schon zwei Tagesreisen.
Hierlassen war aber auch keine Option. Keine Ahnung, was die anderen sich dabei gedacht hatten.
Also schleifte ich sie mit. Sie lief zum Glück von selbst, aber sie wollte nicht reden.
Es gab von hieraus nur eine Richtung und offensichtlich war ich richtig.
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In der Zwischenzeit etwas tiefer...
Maschas Bewusstsein merkte, dass ihre Verbindung zu Talea gerissen war.
Sie wusste nicht warum. Sie wusste nur, dass es so war.
Also musste sie einen anderen Weg finden. Sie schickte also Bilder und Melodien an die anderen.
Es dauerte eine ganze Weile. Dann erschienen sieben Gestalten in diesem Raum.
Der große, blonde Mann stand über etwas, das aussah wie ein Taufbecken.
Die anderen näherten sich ihm vorsichtig. Er lächelte leise. "Seid gegrüßt in meinem Reich."
Er drehte sich um. Seine Mine wurde sichtbar düsterer. "Ihr seid unvöllständig."
Wütend wandte er sich an Kurt. "Scheinbar hast du meinen Auftrag nicht erfüllt."
Kurt begann entsetzlich zu schreien. Die anderen wollten ihm zu Hilfe eilen.
Der Mann drehte sich um. Er hob eine Hand. Fredo, Fayks, Leon und Viking begannen zu taumeln.
Dann veränderte sich ihr Blick und ihre Haltung merklich. Sie folgten seinen Befehlen.
Dann machte er eine weitere Handbewegung. Aus dem See stiegen Untote auf. Viele Untote.
Skys Lage war hoffnungslos. Er war allein mit Bobbies Körper gegen diese Armee der Toten.
Kurt packte ihn von hinten und hielt ihm einen Dolch an die Kehle. Sky erzitterte.
Mascha sah, dass alles mit ihrem Körper und aus ihrem Behälter hinaus.
Doch sie hatte von ihrem Peiniger gelernt - und wusste ihn zu umgehen.
Also brachte sie ihren Körper dazu zu singen. Nichts kompliziertes. Ein Kinderlied.
Doch es zeigte gewaltige Wirkung. Fredo, Fayks, Leon und Viking kamen wieder zu sich.
Die anderen Untoten schrien und hielten sich die Ohren zu. Der Mann war einen Moment irritiert.
Plötzlich war Talea wieder da. Sie hatten sie hinausgeschmissen. Doch sie hatte es verkraftet.
Sie schlug Kurt gegen die Hand. Er ließ den Dolch freien. Sky konnte sich befreien.
Irgendetwas löste die Situation in ihm aus. Und die Musik wirkte wie ein Verstärker.
Eine unglaubliche Energie durchströmte ihn. Er hob die Arme. Der See begann zu brennen.
Die Untoten schrien, als sie verglühten. Dann schickte er denn Feuerstrahl gegen den blonden Mann.
Dieser reagierte schnell und begann dem Feuer Wasser entgegen zu halten.
Viel konnte man jetzt nicht mehr sehen. Überall begann es zu dampfen.
Diese Gelegenheit nutzte Talea. Die brachte Maschas Körper zu dem Behälter.
Mascha gelang es in ihren eigenen Körper zurückzukehren.
Der Nekromant musste seine volle Konzentration auf Sky lenken.
Dies nutzten Fredo, Fayks, Leon und Viking aus. Sie griffen ihn von der Seite an.
Der Nekromant schrie unter Schmerzen. Dann ließ er eine Wasserpeitsche auf sie los.
Doch das war ein Fehler. Skys Feuerstrahl traf ihn auf der Brust. Er brüllte.
Dann veränderte er seine Form. Aus dem blonden Mann stieg die Gestalt eines Dämonen.
Dieser zog sich tief in die Höhle zurück. Das war die Gelegenheit für alle zu entkommen.
Sie rannten zurück in den Gang. Schnell stellten sie fest, dass es der falsche gewesen war.
Doch das war egal. Sie wollten hier einfach nur noch so schnell wie möglich weg...
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Irgendwann kam Lumpi wieder zu sich. Es kam absolut plötzlich. Wir waren beide verwirrt.
Aber gut, jetzt würde der Weg wesentlich weniger eintönig werden als zuvor.
Nach einigen Stunden kamen wir an einen großen grünlichen See zu kommen.
Ich spürte wie der Ort etwas in mir auslöste... etwas wie... Phantomschmerzen?
Insgesamt sah die Höhle schrecklich aus. Alles war verkohlt. Überall waren Leichenreste.
In der Mitte stand ein großer, blonder Mann über einem Wasserbecken.
Langsam näherten wir uns ihm. Er kam mir bekannt vor. Nein, ich kannte ihn.
Wenn ich es nicht gerade vor mir sehen würde, würde ich es nicht glauben.
Langsam legte ich meine Hand auf seine Schultern. Er drehte sich um.
Ich erschauderte. Eine große Brandwunde bedeckte seinen Oberkörper.
Dann brach er zusammen. Ich war entsetzt. Er würde sterben. Das war unübersehbar.
"Wasser schnell!", rief ich zu Lumpi. Ich hatte ihn doch gerade erst wiedergefunden.
Tränen liefen mir über die Wange. Eine davon fiel herunter und tropfte auf seine Wunde.
Die Träne verdampfte. Sofort bildete sich an der Stelle neue Haut. Erstaunt blickte ich auf die Stelle.
Wie konnte das sein? Ich drehte mich zu dem See und hob eine Hand.
Das Wasser folgte. Ich zog es herbei und bedeckte damit die Brust meines Freundes.
Es dauerte länger als bei der Träne. Doch die Haut verheilte.
Sein Blick wurde heller. Er sah mich an. Auch er weinte. Dann zog er sich hoch und küsste mich.
Ich ließ es einen Moment zu. Dann ging ich auf Abstand. "Ich hab einen Freund.", murmelte ich schuldbewusst.
Er senkte den Kopf. "Ich weiß nicht, wie ich dir das alles erklären soll."
"Dann lass es." Die Wunde war inzwischen geheilt. Ich zog ihn hoch.
Erst jetzt fiel mir auf, dass Lumpi immer noch hinter mir stand.
War vielleicht nicht die beste Idee in ihrer Gegenwart zu bändigen, aber naja.
Doch sie widmete ihre Aufmerksamkeit nicht mir, sondern einem der Körper.
Ich erkannte ihn nicht. Doch er war schwer verbrannt. "Was ist?", fragte ich.
"Das ist Kurt", sagte sie. Ich schaute ihn genauer an. Tatsächlich.
Er atmete sogar noch. Nun, ich hatte keine Wahl. Erneut beschwor ich meine Kräfte.
Auch Kurts Körper konnte ich heilen, aber er würde für immer versehrt bleiben.
"Wer ist das?", fragte Lumpi mich. "Das ist Kwis. Der ehemalige Anführer der Rebellen."
Lumpi keuchte. "Er wird dir nichts tun.", sagte ich nur. "Findet ihr den Weg zurück?"
Lumpi schüttelte den Kopf. Kein Wunder, sie war eine weite Strecke davon apathisch gewesen.
Doch Kurt nickte. Er war die Strecke wohl schon mehrmals gelaufen. "Dann wünsche ich euch viel Erfolg."