Es war früh am Morgen, als ich aufwachte. Draußen musste es sehr kalt sein.
Doch ich merkte davon nicht viel. Hier in dem Zelt war es sehr warm.
Ich drehte mich um und blickte auf die vertraute Gestalt neben mir.
Es war sehr lange her gewesen, dass ich so aufgewacht war.
Eine Weile ließ ich meinen Blick dort verweilen, dann stand ich langsam auf und öffnete das Zelt.
Als ich aufstand, merkte ich erneut das Flackern meines eigenen Schattens.
Das hatte ich in letzter Zeit öfters wahrgenommen und oft falsch gedeutet.
Denn Mampfred hatte die Methode genutzt, um mich zu finden. Doch das war nicht Mampfred.
Denn Mampred stand draußen und kochte das Essen. Es roch ausgezeichnet.
Und das sogar, obwohl Kupbitz ihm half. Sie verteilten das Essen an die Umstehenden.
Einige von ihnen waren mit mir in dem Gefängnis der Tieflinge gesessen.
Ich erblickte Marea und Oxuh-Ra, Fayks und den Ork Sandro. Wir waren zusammen geflohen.
Und schließlich sehr tief irgendwo im Finsterwald herausgekommen. Daraufhin musste wir einen harten Weg durch die uralten Bäume zurücklegen.
Und so ganz nebenbei darauf achten nicht von Werwölfen, Orks oder den vielfältigen Bewohnern der Unterwelt zerfleischt zu werden.
Irgendwann habe ich dann Stellen wiedererkannt und konnte uns zum alten Rebellenlager führen. Der Anblick war ein Schock.
Es war leer und menschenverlassen. Naja fast. Wir entdeckten dort Ziege und die Elfin Daisy, die dort Zuflucht suchten.
Nachdem was ich so herausgehört hatte, war diese schreckliche Bestie ins Land der Elfen verschleppt worden.
Daisy hatte ihn von dort befreit und zu den Elfen gebracht. Doch diese haben ihn nie akzeptiert.
Daisy hatte Mitleid und ist mit ihm abgehauen. Sie müssen sich durch das komplette Land gekämpft haben, bis sie hierher kamen.
Als wir ankamen, lagen im Lager die Körper mehrerer toter Werwölfe, die hier wohl zuvor gelebt hatten.
Die weitesten Teile des Rebellenlagers waren zerstört. An vielen Stellen sah ich abgenagte Knochen.
Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wem die früher alles gehört haben mögen. Bestimmt habe ich einige davon gekannt.
Doch wir saßen hier erstmal fest. Die meisten von uns waren von dem Gefängnis ausgezehrt oder hatten Spuren von Gewalt.
Zum Glück war die heilende Quelle unversehrt. Nach einer Weile ging es uns wieder besser.
Es dauerte eine Weile bis Kwis hierher kam. Wir hatten diesen Ort als Treffpunkt ausgemacht. Doch das war über ein Jahr her.
Er war auch nicht allein, sondern in Begleitung eines Mannes namens MalloN. Wohl ein Vertriebener aus dem Finsterwald.
Er musste sich eine Weile durchgeschlagen haben, bis er schließlich auf Kwis getroffen war.
Dieser hatte ihn mit hierher genommen. Mit Kwis zusammen machten wir uns allmählich an den Wiederaufbau.
Doch das war kein ungefährlicher Ort. Mehrfach mussten wir Angriffe von Werwölfen zurückschlagen.
Aber das waren nicht die einzigen düsteren Wesen hier. Einmal stießen wir auf einen Spähtrupp der Tieflinge.
Und in den Bergen gab es Orks. Die schienen uns bislang nicht bemerkt zu haben. Aber wenn wären sie sicher nicht freundlich.
Eigentlich hatten dort Zwerge gelebt. Doch zumindest aus den umliegenden Bergen waren diese vertrieben worden.
Kwis hatte lange nach ihnen gesucht. Doch er hatte von ihnen lange keine Spur gefunden.
Schließlich stieß er in einiger Entfernung auf ein Dorf von ihnen. Doch das waren andere, als die die wir noch kannten.
Diese berichteten uns, dass offenbar auch das Zwergenkönigreich von den Tieflingen angegriffen worden war.
Mein Entsetzen war groß. Ich erinnerte mich an eine Zeit, in der in dieser Gegend eine Rebellenhochburg stand.
Auch die Möglichkeit, den Weg zurückzunehmen, über den Kwis und ich vor vielen Monaten hiergekommen war, ging nicht.
Den der unterirdische Fluss, der dem frühen Verlauf des Deastrom entsprach, führte unmittelbar in die Hauptstadt.
Und diese war nach den Berichten von meinen Mitgefangenen nun von Tieflingen besetzt. Also blieben wir erstmal hier.
Bis dann eines Tages Mampred und seine Reisetruppe aufkreuzten. Mir war ein Rätsel, wie sie es geschafft hatten.
Doch sie hatten eine sehr geschickte Truppe an Begleitern mitgebracht. Da war etwa JA456 bei Ihnen.
Dieser war ein ausgezeichneter Spurenleser, der immer gut einschätzen konnte, wer hier gerade sonst noch alles rumstreifte.
Xaver war ein mächtiger Bändiger, der stets für ein sicheres Quartier sorgen konnte, wenn man es brauchte.
Esme als Echsenmenschin war es gewohnt in rauen Umgebungen zurecht zu kommen.
Außerdem hatten sie noch Wulfhilda, die von allen nur Hilda genannt wurde, bei sich. Höchst geschickt und akrobatisch.
Und sie hatte auf dem Weg hierher auch schon viele Tricks bei anderen abgschaut. Zuletzt war da noch Torben.
Der ehemalige Kellner hatte begonnen, sich auf Verpflegung zu spezialisieren und fand immer etwas essbares.
Ich freute mich sehr Mampred und Kupbitz wiederzusehen. Wir hatten viel zusammen durchgemacht.
Etwas verspätet traf dann auch Sol ein. Er hatte die Gruppe unterwegs zwischenzeitlich verlassen.
Seinen Vater hatte ich gut gekannt. Auch wenn ich etwas überrascht war, dass sein Sohn ein Demi Human ist.
Doch Sol gehörte zu der Kategorie Personen, die auch aus Schlechtem etwas Gutes ziehen konnten.
Und so nebenbei war er Mitglied einer Abenteuergilde mit sehr edlen, wenn auch idealistischen Grundsätzen.
In der letzten Zeit war Kwis und mir bewusst geworden, dass wir diesen Ort hier verlassen werden.
Es war hier nicht sicher und selbst, wenn es hier sicher gewesen wäre, waren wir hier weit weg von allem relevantem.
Also hatten wir einen Plan beschlossen. Und dieser Plan war eng mit dem heutigen Datum verbunden.
Denn am heutigen Datum war die Wintersonnenwende, also der Tag mit dem kürzesten Tag und der längsten Nacht.
Und damit auch traditionell der Tag, an dem Wasserbändiger am stärksten sind. Diese Energie wollten wir nutzen.
Wir sind beide starke Wasserbändiger. Doch es gab ein Wesen, das uns beide bei Weitem übertroffen hat.
Und dieses Wesen hatte zuletzt hier gelebt. Doch nun war es verschwunden. Und wir wollten ihn finden.
Also hatten wir beschlossen am heutigen Tag unsere Kräfte zu bündeln und etwas sehr Schwieriges zu probieren.
Wir wussten, dass wir damit eine große Veränderung anstoßen würden. Doch dazu waren wir nun bereit.
Kwis war nun erwacht und wir stiegen gemeinsam auf eine Klippe über der heiiligen Quelle.
"Bist du bereit?", fragte er mich und blickte mir tief in die Augen. "Ja", sagte ich entschlossen.
Dann begannen wir in die Knie zu gehen und synchron eine mühlenartige Bewegung auszuführen.
Die Erde erzitterte. Der Boden krachte. Ein Riss ging quer durch das Lager. Wasser schoss aus der Quelle.
Ich hörte auf, die Umgebung war zu nehmen. Die ganze Kraft des Wassers ging durch meinen Körper.
Ich sah nur noch weiß. Dann ging alles sehr schnell. Ich spürte nasses Laub, glitschige Felsen, nassen Sand.
Und dann war plötzlich überall Wasser. Es wurde es erdrückend und immer kälter. Ich zitterte.
Plötzlich passierte etwas Seltsames. Ich war wieder dort, wo ich vorher war. Ich bewegte mich.
Aber mein Körper bewegte sich nicht mit. Ich machte ein paar Schritte von der Klippe weg.
Und plötzlich stellte ich fest, dass ich mein eigener Schatten war. Ich sah, wie ich das Wasser bändigte.
Kwis stand neben mir. Doch es ging ihm nicht gut. Seine Kräfte waren am Ende. Er würde zusammenbrechen.
Plötzlich war alles wieder weiß. Langsam beendete ich die Körperbewegung. Plötzlich konnte ich wieder sehen.
Und sah gerade noch, wie der Körper mir gegenüber von der Klippe in die Tiefe stürzte. Schnell reagierte ich.
Wasser schoss nach oben. Langsamer rutschte der Körper in die Quelle und glitt langsam ans Ufer.
Das war knapp gewesen. "Was zur Hölle war das?", fragte ich Mampfred. "Ich war das nicht.", antwortete er.
Dann stürmten wir beide nach unten. Zu meiner Überraschung war Kwis schon wieder bei Bewusstsein.
"Hat es geklappt?" "Ich weiß es nicht. Geht es dir gut?" Er schüttelte sich. "Wird schon wieder."
Kupbitz kam zu uns dazu: "Wow. Wo führt der denn hin?" Ich folgte seinem Blick.
Aus der heiligen Quelle war ein mächtiger Strom entstanden, der in den Wald führte.
"Nun, das werden wir hinausfinden müssen. Wir werden heute Abend aufbrechen. Bis dahin brauchen wir wohl ein Floß."
"Dann machen wir uns mal an die Arbeit.", sagte Kupbitz und begann den anderen Aufgaben zuzuweisen.
"Lass das mal lieber jemand anderen machen.", sagte Mampfred. Inzwischen hatte Hilda ein Lagerfeuer gemacht.
Mampfred, Kwis und ich setzten und dorthin. "Nun, ich hätte da einige Fragen..."
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Das Spiel beginnt. HD-Wahl bis morgen Abend um 22 Uhr!
Darüber hinaus habt ihr nun die Möglichkeit, verschiedenen Tätigkeiten nachzugehen.
Ihr könnt in den Wald gehen und Holz oder Vorräte sammeln, beim Schiffsbau mithelfen, das zerstörte Lager durchsuchen oder euch mit ans Lagerfeuer setzen und Fragen an mich stellen, was hier gerade eigentlich passiert oder in der Vergangenheit passiert ist.