Tag 6
Es war ein regnerischer Abend als sich Mai Watanabe um sich
ihr Pferd Schneeflöckchen in ihrem Stall kümmerte. Es war ausgesprochen kühl an
dem Abend, doch es war in gewisserweiser ein angenehmer Frühlingsabend. Mai streichelte
das Fell von Schneeflöckchen sehr bedacht und nahm sich aus ihrem Rucksack dann
eine Bürste heraus.
„Das Haar ist des Frau wichtigstes Gut“, lächelte sie ihr
weißes Pferd an, und fing an dann das Fell zu bürsten.
Die Gedanken von Mai gingen hin und her. Nachdem die Schüler
Yuna und Freya wegen Mordes festgenommen wurden war die Schule für das erste
wieder einmal geschlossen.
„So viel los, für so ein kleines Städchen. Wären wir doch
nur im Tokyo geblieben…halte mich mein Mädchen…“, seufzte Mai vor sich her und legte
ihren Kopf kurz in das Fell ihres Schneeflöckchen.
Sie ließ für einen Moment die Stille auf sich mit ihrem
Pferd wirken.
Es gab nichts was gesagt werden muss.
Nichts was getan werden muss.
Und das Pferd verstand.
„Zum Glück bist du hier“, flüsterte Mai ihrem Pferd wieder
zu und zerbrach die Stille nach einigen Augenblicken.
Es donnerte einmal draußen und der Regen verstärkte sich zu
einem Gewitter.
„Huch. Ich denke, ich sollte auch langsam wieder hinein
gehen“, dachte Mia laut nach mit ihrer hellen Mädchenstimme.
„Bum“, donnerte es noch einmal, doch es kam nicht vom Blitz.
Jemand knallte die Tür auf und Mia konnte nur eine dunkle
Gestalt erkennen.
Die schattige Gestalt einige Schritte näher und durch das
Licht in Stall erkannte sie, dass es sich um ihren Mitschüler Amiri handelte.
„Hey…uhm…kann ich dir helfen?“, stellte sich Mia dann dem
Schüler entgegen.
Dieser knirschte nur als Antwort mit den Zähnen. Mia
erkannte tiefe schwarze Ränder unter den Augen, während der Schüler nur für
Müdigkeit nur wankte.
„Du! Du hast Miyu getötet! Ich hab dich mit Yuna und Freya
gesehen!“, wütete der müde Amiri umher.
„Was? Ich verstehe nicht…“, schüttelte Mia den Kopf und ging
einen Schritt zurück.
Amiri sackte in sich hinein „Sie war alles für mich, weißt
du?“, fing der Schüler an vor ihr zu weinen.
Mia verstand langsam was vor sich ging. Auch sie hatte viele
Freunde in den letzten Tagen verloren – zu viele Freunde.
„Ich kann deinen Schmerz verstehen“, bückte sich Mia zu ihm.
„Nein, kannst du nicht. Ich habe schon einmal alles verloren…und
jetzt stehe ich wieder hier…wie oft muss man denn noch aufstehen?“, weigerte
sich Amiri das Ganze zu verstehen.
Mia gab ihm dann eine Umarmung.
Die Umarmung war warm und verständnisvoll.
„Tut mir Leid…“, sagte dann Amiri vor sich her.
„Ist schon in Ordnung…“, flüsterte dann Mai ihm zu.
„Tut mir Leid….“, wiederholte sich Amiri und durchbohrte das
Herz von Mai als sie ihn weiter umarmte.
„Ich kann dir einfach nicht glauben…“, wurden die Worte von
Amiri kälter und Mai spürte den stechenden Schmerz, der ihr Herz durchbohrte.
Amiri schubste Mai etwas von sich weg und ihr schwacher
Körper fiel zu Boden.
„Das war es wohl Schneeflöckchen“, lächelte Mai in ihren
letzten Atemzügen und blickte noch ein letztes Mal zu ihrem schneeweißen Pferd.
Amiri seufzte einmal und lächelte dann zufrieden als sie die
tote Mai vor sich liegen sah.
„Das war für Miyu…Bitch…“, knurrte Amiri noch mal und
verließ den Stall.
Es gewitterte immer noch und Amiri lief durch die Weide
hindurch, wo der Stall zu finden war.
„Brrr“, hörte er dann aber auf einmal hinter sich.
Das Pferd Schneeflöckchen folgte ihm brav durch die
matschige Wiese.
„Was soll das? Husch husch, geh zurück“, versuchte Amiri das
Pferd zu vertreiben.
„Brrr“, machte dann aber das Pferd weiter bedrohlich.
Es blitzte und donnerte gewaltig im Hintergrund und Amiri
hatte das Gefühl, die Augen des Pferdes wurden rot.

Der Hass, die Wut und der Blutdurst des Pferdes konnte Amiri
in jeder Phase seines Körpers spüren.
„Du willst Rache? Komm hol sie dir! Fucking Pferd – als wenn
mir das Angst macht“, spuckte Amiri auf den Boden und ging einfach weiter
hinfort.
Die Schritte des Pferdes folgten ihm weiter und immer
schneller. Kurz drehte sich Amiri um und sah ein galoppierendes Pferd auf sich
zu rasen.
„Fuck, fuck, fuck“, rannte Amiri nun davon.
Doch das Pferd war schneller und überrannte ihn einfach.
„Fuuuck“, schrie Amiri vor Schmerzen und hielt sich seine
Beine und Rippen. Irgendetwas war gebrochen und er kam nicht mehr auf die
Beine.
Das Pferd drehte in weiter Ferne einmal und galoppierte ein
weiteres Mal auf Amiri zu.
„Shit.“, sagte Amiri einmal und wurde vom Pferd zu Tode
getrampelt.
Nacht 7
Sayuri Ito spielte mit ihrer Katze in ihrem Zimmer als Chie zu Besuch bei ihr hineinkam.
Die Besucherin roch etwas nach Rauch und Sayuri gefiel es
nicht, aber sie war eine der wenigen Freundinnen, die sie noch hatte.
„Na“, grüßte Chie sie freundlich.
„Nah…“, begrüßte Sayuri sie zögerlich zurück. Die Katze
fauchte Chie etwas an, doch das Mädchen ignorierte es.
„Ich möchte dir was zeigen“, bat dann Chie ihr zu folgen.
Sayuri wusste zwar nicht was das sollte, aber sie ging einfach mit. Die Schule war
sowieso geschlossen, die Mörder hinter Gitter, letztlich hatte sie einfach
nichts zu tun.
Chie ging mit ihr zur geschlossenen Schule, deren Türe aber
wegen der Clubs offen waren.
Kurzerhand gingen sie zusammen zum Musik Club und Chie deutete
auf das Klavier.
„Mia Tanaka und Ich haben uns hier im Musik Club kennen
gelernt. Ihre Eltern zwangen sie Klavier zu spielen und Ich…“, Chie nahm sie
dann eine Geige in die Hand, „Ich musste Geige spielen…“,fing dann Chie dann einen Song zu spielen.
Sayuri kannte den Song, sie hörte ihn zum ersten Mal von Mia
Tanaka, als sie sie kennen gelernt hatte. „Ich weiß nicht, was sie dir gesagt
hatte, aber es ist mein Lieblingssong – nicht ihrer. Sie war nur eine verlogene
Bitch“, spielte Chie weiter.
Sayuri strich sich durch das Haar und wusste nicht was sie
dazu sagen sollte.
„Ich…ich fand sie ganz nett…“, sagte Sayuri vor sich her.
„Wer hat dir die Deathgame App gezeigt?“, fragte Chie eine
fast rhetorische Frage.
„Mia Tanaka…oh…du meinst…?“, verstand Sayuri so langsam.
„Nicht ganz. Weißt du, ich gab dir als Administrator mehr
Rechte in der App, weil ich dich mag…aber jetzt bist du nutzlos geworden…“, spielte
Chie weiter vor sich her.
Langsam kam dann Riku von hinten mit seinem Baseballschläger
in den Musikclub hinein.
„Ich verrate dir ein Geheimnis Sayuri…man kann das Deathgame
nicht gewinnen – denn es ist verbuggt“, lachte Chie falsch vor sich her.
„Ich wusste es auch nicht als ich es startete. Man kann es
nur beenden, wenn der Administrator stirbt – und ich…“, Chie hörte auf zu
spielen und wurde traurig, „….und ich hänge an meinem Leben…“, sage Chie leise
in sich hinein.
Chie verließ den Musikraum und überließ diesen Riku und
Sayuri.
Es war nur ein kurzer Schrei zu hören und Chie’s Gesicht zeigte
Tränen. Sie mochte Sayuri wirklich…
The Endgame
Chie nahm sich ihre letzte Zigarette aus der Schachtel und schaute
in den Himmel als sie wieder auf den Schuldach vor sich her chillte.
Eine Person kam hoch und Chie’s Blick wanderte zu dieser.
„Hat ja auch lange genug gedauert…Tex Sensei…“, machte sich
Chie ihre Zigarette an.
„Du warst also für den Scheiß verantwortlich. Chie, warum?“,
forderte Tex sie zur Rede auf.
„Warum…es…es war ein Unfall…“, scherzte Chie schlecht vor
sich her und erinnerte sich was passiert war.
2 Wochen vor dem Deathgame
„Ich hasse meine Tante“, dachte sich nur Chie und drehte
sich in ihrem Bett. Immer sagt Tex ihr was sie zu tun hat, immer muss sie dies
tun, immer muss sie das tun.
Advance Class, Geige Spielen, gute Noten bekommen – Chie wollte das alles gar
nicht. Sie wollte nur ihre Füße hoch heben, denn das Leben war langweilig.
Sie hörte wie ihre Tante die Wohnung verließ und stand dann
auf. Chie möchte ihr einfach nicht mehr über den Weg laufen. Zu genervt war sie
von ihr.
Als sich Chie durch die Wohnung umschaute, sah sie nicht
viel außer die Küche, den Schreibtisch und die viele Bilder von ihrer verstorbenen
Mutter.
Viele Bilder davon waren auch mit Tex zusammen und ihre Tante stand ihrer
Mutter sehr nahe. Eigentlich mochte sie auch ihre Tante, wenn sie nicht
versuchen würde sie immer zu bemuttern. Denn sie ist eben nicht ihre Mutter.
Punkt.
Ein Bild von ihr blieb hängen und Chie erkannte Militäruniformen
von Tex und ihrer Mutter Ari.
„Stimmt, sie waren Beide früher bei einem Sonderkommando…“,
dachte Chie laut nach. Ihre Mutter Ari ist angeblich bei einem Einsatz ums
Leben gekommen aber Chie glaubte das wenig.
Schließlich ist die ganze Einheit dabei gestorben – mit einer
einzigen Überlebenden: Tex.
„Was verschweigt meine Tante mir?“, wollte Chie es immer
wieder wissen.
All die Jahre nährte sich die Neugier von Chie immer mehr
und sie fing an Nachforschungen anzustellen.
Über das Sonderkommando gab es keine Aufzeichnungen, noch
gab es irgendwelche Berichte. Eigentlich gab es gar nichts.
Irgendwann stoß Chie auf einem USB Stick, den Tex in ihrer Wohnung
gut versteckt hatte.
„Was ist das?“, las sie die Aufschritt des USB Sticks „Werwolf
Alpha Version.“
Sie schob den Stick in den Computer hinein und öffnete den
Ordner, der genauso hieß. Letztlich war darauf ein Programm zu finden, dass
anscheinend Werwölfe von Düsterwald hieß.
Es war noch nicht weit entwickelt mit der Version 0.12 Alpha, aber das
überraschende war das was Chie als nächstes las.
„Das kann nicht sein…“, stammelte Chie vor sich her.
Die Entwicklerin dieses Programmes war niemand anderes als
Ari Satonaka – ihre Mutter.
„Warum hat mir meine Tante das nie erzählt? Was soll der
Scheiß?!“, sprudelte Chie vor Wut und lud die Software auf ihr Smartphone
herunter.
Sie startete es auf ihrem Smartphone und sah, dass sie die
Administratorin war und dieses Programm eine Art Spiel war.
„Fuck you Tex. Wenn dass, das letzte Spiel meiner Mutter
war, dann spiele ich es“, stellte sie das Spiel um zu einem Deathgame und fing
an sich Spieler zu suchen…
Jetzt
„So war das also“, verstand Tex und hielt sich den Kopf.
„Ich…ich wollte nicht, das so viele sterben…es sollte nur
Mia Tanaka sterben…aber dann hat sich das Spiel verselbständigt…“, schluckte Chie
einmal und beendete ihre letzte geklaute Zigarette.
„Ja, es war ein psychologisches Spiel, das für das Militär
entwickelt wurde – letztendlich sind alle gestorben…“, rauchte sich Tex
inzwischen alle.
„Alle außer du…“, stand Chie auf und griff nach dem Kragen von
Tex.
„Warum sind alle gestorben außer du? Warum…warum meine Mom…?“,
schüttelte Chie an Tex herum.
„Huh…sie wollte das ich die Administratorin des Spieles bin…es…ich
war es, der sie töten musste…“, seufzte Tex in sich hinein und lud ihr
Geständnis nach all diesen Jahren ab.
„Es wiederholt sich hier nur, Chie. Es ist nicht deine
Schuld, dass alle sterben…“, wuschelte Tex durch ihr Haar.
Es war beruhigend für Chie zu hören, dass sie nicht an
alldem Schuld war, aber noch mehr die Gewissheit zu haben, wie man dieses
Todesspiel beenden kann.
„Ich kann nicht mehr…ich tat so als wäre alles langweilig…aber
das ist es nicht…“, holte Chie eine Waffe aus ihrer Tasche hinaus und hielt sie
sich an den Kopf.

„Chie!? Was machst du da? Hör zu, wir finden schon eine Lösung…es
gibt einen Abbruchbutton, du brauchst nur den Code „Winter“ eingeben, und alles
funktioniert!“, suchte Tex die richtigen Worte.
„Ich…ich verstehe…“, sagte Chie einmal und ein einzelner
Schuss war auf dem Schuldach zu hören.
Epilog
Man fand auf dem Schuldach die Leiche der Lehrerin Tex, doch
Spuren des Täters waren nie zu finden. Wenig später wurden Yuna und Freya von
Unbekannten aus der Untersuchungshaft befreit.
Auf dem Weg in die Freiheit besuchten die zwei Mädchen aber
noch Kiku Arima und Wakko Imba um sich mit genug Essen zu versorgen.
Riku wartete am Auto als dann ein Mädchen auf sie zukam.
„Das alles für eine einfache Rache?“, fragte Riku einmal
nach.
„Du würdest dasselbe für deine Schwester tun“, antwortete
Chie und stieg ins Auto.
„True“, nickte Riku dem zu und holten dann Yuna und Freya
ab, die zwanzig Kilo Fleisch mit sich brachten.
Zusammen fuhren sie in den Sonnenuntergang und in die
nächste Stadt um ihr Todesspiel zu spielen.
"Where is my mind...", dachte nur Chie laut nach.

Rabe Elena wurde gefressen!
Kräuterhexe Chilly startet mit 2 Stimmen auf sich. Damit kann Werwolf Daro das Dorf chilly und Abt Data überstimmen und gewinnt das Spiel!
Werwolfsieg!
Spiel Zusammenfassung folgt später + Post Credits.
Ich bedanke mich bei allen für das Mitspielen! 